Nelly SCHÄFFER
Nelly Schäffer wurde am 15.10.1897 als drittes von vier Kindern in Baden bei Wien geboren. Ihre Eltern waren Adolf Schäffer (geb. 1.11.1862 in Bodva-Linke/Ungarn) und Johanna Schäffer, geb. Infeld (geb. am 10.3.1867 in Burov/Galizien). Deren Vater, Julius Infeld, war seit 1875 Religionslehrer und Sekretär des Israelitischen Kultusvereins (später Kultusgemeinde) in Baden. (1)
Nelly Schäffers Geschwister waren Emil (geb. ca. 1888), Margarete (geb. 26.3.1891) und Paul (geb. ca. 1900). (2)

Die Familie Schäffer ist im November 1913 in die Große Stadtgutgasse 34 (Hoftrakt/Tür 6) gezogen. Nach dem Tod ihres Vaters (April 1914) und ihrer Mutter (März 1922) sowie dem Auszug ihrer Geschwister bewohnte Nelly Schäffer, von Beruf Bankbeamtin, ab März 1927 die Wohnung allein, bis zu ihrer Vertreibung Ende November 1938. Als Abmeldevermerk findet sich im Melderegister: "dzt. auf Reisen".

Zur Flucht gezwungen, ist Nelly Schäffer zunächst nach Frankreich emigriert, wo sie offenbar eine Einreisebewilligung für die Vereinigten Staaten erhalten konnte. Im September 1939 reiste sie über Rotterdam nach New York und ließ sich in Flushing/Queens, nieder, wo sie im Dezember 1977 verstarb. (3)



Anmerkungen:
(1)Laut Auskunft des Stadtarchivs Baden.
(2)Die Geschwister wie auch die Angaben zu den Sterbedaten der Eltern finden sich in der Verlassenschaftsabhandlung zu Johanna Schäffer, BG Leopoldstadt, GZ A III 318/22–2, vom 15.4.1922 (WrStLA).
(3)Der längere Aufenthalt Schäffers in Frankreich geht aus den Einträgen in der New Yorker Passagierliste (MS Statendam, 5.9.1939) hervor, wo sich unter „permanent residence“ die Angabe „France, Aix Les Bains“ findet. Auf demselben Schiff befand sich übrigens auch Eugen Hofmann, ein Freund Max Balters. Passagierliste und Security Death Index, aus welchem Todesdatum und letzter Wohnort von Nelly Schäffer hervorgehen, lassen sich über die Ancestry-Datenbank (www.ancestry.com) einsehen. Auch Nelly Schäffers Bruder Paul emigrierte in die USA und ließ sich in New York nieder, wie aus der Verlassenschaftsabhandlung zu seiner Schwester Margarete Klein, geb. Schäffer, hervorgeht (BG Innere Stadt, GZ 5A 976/58, vom 30.1.1959 (WrStLA)).

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